Biodiversität im Tourismus: Branchenprojekt liefert erste zentrale Erkenntnisse

Biodiversität im Tourismus: Branchenprojekt liefert erste zentrale Erkenntnisse

Tatjana Peters Tatjana Peters
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Der Schutz biologischer Vielfalt ist eine Grundvoraussetzung für zukunftsfähigen Tourismus. Mit dem Branchenprojekt „Biodiversität im Tourismus“ haben Futouris e.V., WWF Deutschland und die Nachhaltigkeitsberatung mascontour im Frühling 2025 eine gemeinsame Initiative gestartet, um Tourismusunternehmen bei der systematischen Auseinandersetzung mit ihren Biodiversitätsauswirkungen zu unterstützen. Beteiligt sind die Futouris-Mitgliedsunternehmen Chamäleon, DERTOUR Group, Hotelplan Group, Schauinsland Reisen, TUI Cruises und TUI Group.

Strukturierter Analyseprozess als Fundament

Zu Beginn des Projekts stand ein umfassender Analyseprozess - Schritt der sechs notwendigen Schritte zur strategischen Betrachtung und Verankerung von Biodiversität im Tourismus.

Im Rahmen des Analyseprozesses wurden die folgenden Teilanalysen durchgeführt:

  • Stakeholdermapping, um relevante interne und externe Akteure zu identifizieren – sowohl für die spätere Umsetzung von Maßnahmen als auch für die fachliche Validierung der Ergebnisse.

  • Value Chain Mapping und Analyse: Detaillierte Analyse der Wertschöpfungsketten der touristischen Leistungsträger. Neben dem Kerngeschäft lag der Fokus insbesondere auf vor- und nachgelagerten Aktivitäten wie Anreise, Mobilität vor Ort oder Lieferketten. Ziel war es, sowohl negative Auswirkungen auf die Biodiversität als auch positive Einflussmöglichkeiten systematisch zu erfassen.

  • Wesentlichkeitsanalyse: Überführung der identifizierten Auswirkungen aus der Value Chain Analyse. Aus einer umfassenden Longlist relevanter Themen entstand durch Bewertung und Priorisierung eine Shortlist besonders wesentlicher Auswirkungen.

Wesentliche Auswirkungen entlang der Wertschöpfungskette

Als besonders wesentliche Auswirkungen touristischer Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette wurden identifiziert:

  • Treibhausgasemissionen aus eigenen sowie vor- und nachgelagerten Aktivitäten

  • Verschmutzung von Land, Wasser und Luft, inklusive Mikroplastik

  • Ausbeutung natürlicher Ressourcen und Zerstörung von Ökosystemen

  • Wasser- und Landnutzung durch touristische Infrastruktur und Aktivitäten

  • Risiken durch die Einführung invasiver Arten

Hotspotanalysen und nächste Schritte

Ergänzend wurden Hotspotanalysen mit dem WWF Biodiversity Risk Filter durchgeführt. Diese helfen dabei, Destinationen zu identifizieren, in denen biodiversitätsbezogene Risiken durch touristische Aktivitäten besonders hoch sind und priorisiert adressiert werden sollten.

Aktuell arbeitet das Projektteam an der Entwicklung eines Aktionsplans sowie einer Biodiversitätsstrategie mit klarer Vision, Zielen und Maßnahmen. Alle Ergebnisse der Analyseschritte werden in ein praxisnahes Template überführt. Erste zentrale Resultate des Projekts werden im Rahmen der ITB 2026 vorgestellt.


Mit dem Branchenprojekt setzt Futouris gemeinsam mit seinen Partnern ein starkes Zeichen: Biodiversitätsschutz wird vom abstrakten Anspruch zur konkreten unternehmerischen Praxis.