
Kreta - Auf dem Weg zur Vorbilddestination für nachhaltige Ernährung
In diesem Projekt werden lokalen Bauern nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden näher gebracht und mit lokalen Tourismusakteuren vernetzt. Aus der Verknüpfung sollen Synergien zwischen Lebensmittelproduzenten und Urlaubsanbietern entdeckt und genutzt werden.

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Olivenöl und Wein – beides sind Lebensmittel, die aus der griechischen Kultur nicht wegzudenken sind und eine wichtige Rolle in Kretas Wirtschaft spielen. Gleichzeitig verursachen die konventionellen Anbauweisen vielfältige Nachhaltigkeits-Herausforderungen. Insbesondere Umweltbelastungen, Profitrückgang und die Schließung vieler kleiner Farmen sind die Folge.
Neben der Landwirtschaft ist der Tourismus die Haupteinkommensquelle der Insel und Touristen interessieren sich zunehmend für landestypische und nachhaltige Produkte.
Im Gemeinschaftsprojekt mit der TUI Care Foundation werden die beiden Wirtschaftszweige miteinander verbunden und die Synergien für eine nachhaltige Tourismusentwicklung und die Qualitätssteigerung des Urlaubsprodukts genutzt.
Projektziele
Verbesserung der lokalen Lebensgrundlagen auf Kreta durch Tourismus durch Förderung lokaler Beschaffungs- und Unternehmermöglichkeiten
Schaffung von Wohlstand und Beschäftigung
Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit auf nachhaltige Weise
Schutz der kretischen Kultur durch den Anbau alter Weinsorten
Schutz der Natur durch ökologische Anbaumethoden
Herausforderungen und Lösungen
Kreta ist ein bedeutsames Weinanbaugebiete Griechenlands, wobei in den vergangenen Jahrzehnten stark auf effektive Massenproduktion gesetzt wurde – oftmals zulasten der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit. Insbesondere fehlt es den lokalen Weinbauern, die häufig auch lokale, ursprüngliche Sorten anbauen, an Möglichkeiten, ihre Produkte in der Tourismusbranche auf Kreta abzusetzen. Die Folge ist, dass immer mehr landwirtschaftliche Betriebe ihre Pforten schließen müssen.
Durch die Aufnahme nachhaltiger Bewirtschaftungspraktiken (Erdboden- und Wassermanagement, Vermeidung chemischer Substanzen, etc.) kann die Biodiversität erhalten werden. Darüber hinaus sind einheimische, ursprüngliche Rebsorten besser an die kretischen Bedingungen angepasst und können gleichzeitig positiv auf die Natur einwirken (z.B. auf die Bodenqualität). Durch die Herausstellung der Qualität und der Tradition des kretischen Weines können die nachhaltig produzierten Weine langfristig zu einem Attraktionspunkt für Touristen werden.
Das Projekt
Kreta wird zu einem nachhaltigen kulinarischen Tourismusziel entwickelt, das auf eigenständigeren Lebensmittelwirtschaften und lokal ausgerichteten Tourismusprodukten basiert. Der Schwerpunkt liegt auf der Schulung von Wein- und Olivenbauern zum ökologischen Landbau und der Verknüpfung ihrer Produkte und Dienstleistungen mit der Tourismusbranche.
Wein- und Olivenbauer werden von den „Local Food Experts“ in nachhaltigen Anbaumaßnahmen geschult, gecoacht und die Anbauweise auditiert: so erhalten sie u.a. konkrete Informationen und Unterstützung, wie z.B. die Unkrautkontrolle durch Schafbeweidung statt durch künstliche Herbizide wie Glyphosat erfolgen kann.
Wir helfen außerdem dabei, nachhaltige lokale Produkte zu identifizieren, wie zum Beispiel Traubensorten, die auf Kreta einzigartig sind und eine lange Tradition haben. Anschließend unterstützen wir die lokale Tourismusbranche mit der Werbung für diese Produkte, um sicherzustellen, dass Hotels das lokale Olivenöl in ihren Gerichten verwenden, Restaurants lokal produzierten Wein anbieten, Geschäfte diese lokalen Produkte verkaufen und dass Ausflüge diese Angebote gut präsentieren . Auf diese Weise können Urlauber weiterhin alles genießen, was die griechische Küche zu bieten hat, und gleichzeitig darauf vertrauen, dass die lokale Wirtschaft Kretas unterstützt wird.
Aktivitäten im Projekt
Schulung von rund 200 Farmern zu nachhaltigen Anbaumethoden
Verbindung der Farmer mit fünf Wein- und Olivenöl-Produktionsstätten
Verbindung der Produktionsstätten mit sieben Hotels
Entwicklung von interaktiven Hotelevents und neu konzipierten Ausflugsformaten
Schulung von 21 Schlüsselpersonen aus Hotels, Produktionsstätten und Landwirtschaftskooperativen durch intensive Trainings zu Sustainable Food Experten